From Froschnacht

Written in German by Markus Werner

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Einmal im Monat kommt er, nistet sich ein, bleibt drei Tage. Im Hals, wo sonst. Gurgle! raten Ahnungslose. Längst versucht, längst alles versucht. Er bleibt drei Tage.

Dreckfrosch.

Arg die dritte Nacht. Der weiß, daß es bald aus ist. Dehnt sich, schmarotzt mir Luft und Schlaf weg. Man muß zur Flasche greifen, sitzt, trinkt und würgt und brütet: Ich hab die schönsten Frauen aus brennenden Trümmern gerettet, schon manchem Lump ins Bein geschossen, zuweilen lieg ich im Spital, so weiß, so tapfer, vorbildlich ist mein Sterben, ein Fräulein war ich auch schon, alle elf Männer gar bald durchschaut und abgewehrt, ein Pack.

Ich kritzle und sinniere vor mich hin, wie ich’s gelernt hab in vielen Kursen zu Zürich, zu Köln und zu Boston. Keine Kontrolle, wenig Kontrolle, laßt laufen, verströmt euch. Und in mir das Fröschchen, neben und mit mir der rote Genosse, vor mir Papier, wehe.

Thalmann mein Name, Franz Thalmann, geschieden im zehnten Jahr. Salü Franz, hast auch eine Vorgeschichte? Hab eine lange Vorgeschichte, geht weit zurück, doch davon vielleicht später. Bin jetzt wahrhaftig neunundvierzig, und aus dem Gleis gebracht hat mich ein Wohlgeruch, doch davon später.

Neunundvierzig. Spannkraft läßt nach, stülpst dich kaum noch um, hin die Seligkeit. Thalmann. Saufbruder, abverreckter Pfaff, Lebensberater seither, verflucht erfolgreich. An Froschtagen geschlossen, sonst aber quillt die Praxis über.

Beiläufig hier mein Ansatz. Kalte Füße sind sehr widerwärtig, und Fußschweiß ist es auch. Fast traue ich mir zu, damit ein Existenzproblem wenn nicht gelöst, so doch skizziert zu haben.

Vater ist tot, hat mich verdammt und hat mich ausgelöscht in sich. Mit seinen Kühen sprach er über alles, nicht über Franz, nicht über Franzens große Sünde. Sein Stolz war ich und später seine Schande. Ein Pfarrer, handkehrum ein geiler Weiberschnüffler, der blindlings Frau und Kind verläßt. Zuviel, zuviel für Klemens Thalmann selig.

Zum Leib: Einseinundachtzig, hager. Rotblond einst, nun galoppierend gräulich, Antlitz zum Seufzen und volloval, Brille freilich, darunter schlammgrüne Augen. Ohren klein und scharf. Nase? Knollig.

Wer anders sein will, als er ist, der tut mir leid. Sein Wunsch ist ehrenwert, doch abgedroschen. Ich formuliere tastend eine These: Die Menschenseele mit allem Drum und Dran ist serieller Kitsch. Das Innerste erwirbt sich jeder von der Stange. Nichts von Mysterium, nur Schmalz.

Mit violetten Fingernägeln kommen sie zu mir, mit originellen Kaiser-Wilhelm-Schnäuzen, abgrenzungswütig schwänzeln sie herum und fühlen sich weiß Gott wie einzigartig. Dann öffnen sie den Mund und husten Abziehbildchen aus. Und was sie spüren, wünschen, träumen, das macht sie grausam gleich und hundsgewöhnlich.

Das Unverwechselbare an dir ist deine Nase, die Kapriolen deines Herzens aber sind ein Gassenhauer. Belege später.

Was meine Arbeit obendrein erleichtert: Die strukturelle Schlichtheit dessen, was nun einmal »Beziehungsstörung« heißt. Auf wirklich leckerbissige Disharmonien werfe ich mich mit hundertzwanzig Puls.

Freilich Sternstunden!

Und freilich findet der Berater, sofern er nicht ein Simpel ist, auch ordinäre Konstellationen sehr komplex. Negierte er den Anspruch des Klienten auf anspruchsvolles Leiden, dann bliebe seine Praxis leer.

Ich war ein Bauernbub. Kein Baum wächst in den Himmel. Pompöse Bäuche, Köpfe, Seelen sind mir ewig fremd. Wenig ist hoch und heilig. Die Birne fällt und fault, kein Grund, sie zu verachten. Der Mensch tut mehr als scheißen, ohne Zweifel, doch scheißen tut er auch und in der Regel sogar lieber als zum Beispiel denken, und gleichwohl definiert er sich als Geisteswesen.

Man überschätzt sich selbst und alles. Und es ist klar, daß unter anderm diese Platitüde mich erst zum Theologen und später auch zum Anti-Theologen machte.

Empfangen in Sünden wie jedes Adamskind und geboren im vogelpfeifwarmen Februar des Jahres fünfunddreißig als zweiter Sohn des Landwirts Klemens Thalmann und seiner Gattin Gret, geborene Habisreutinger. Getauft auf den mäßigen Namen Franz und die Wanderbahn angetreten unter dem Motto: Ein Hauch nur ist alles, was Mensch heißt.

Psalm soundso.

Geschwister. Bruder Paul, farbig, gut und krumm. Anna, Lieblingsschwester, gestorben anno neunundfünfzig an Leukämie. Myrta, verheiratet, zu ihren schusseligen Kindern sündhaft mild.

Vater Klemens tot seit einem halben Jahr. Friedlich vom Melkstuhl gekippt, und wenn’s euch lieber ist: gesunken.

Testament: »Daß mir der Franz nicht an den Sarg kommt.«

Zehn Jahre Groll für einen Hundesohn. Natürlich war ich am Begräbnis, Holunderblütenduft auf einem Dorffriedhof.

Mutter so lang schon tot wie John F. Kennedy. Weit weg ist sie, und ihre Sommersprossen verschmelzen mit denen meiner Ex-Frau Helen. Und jetzt. Seit wann hat Thalmann junior den Frosch?

Seit seines Vaters Abgang.

Ich sage deutsch und deutlich und blitzdirekt: Der alte Rächer sucht mich heim von Zeit zu Zeit und kriecht in meinen Hals. Ich hab ein scharfes Ohr, ich höre, was er quakt: »Zwar bin ich tot, du aber bleibst ein Tropf.«

Man weiß, daß Pfarrer in den schönsten Häusern wohnen. Der liebe Gott will’s so. Meins stand im Zürcher Unterland. Ein Riegelbau, darin der Franz mit Geige, die Helen am Spinett und bald ein Töchterlein, strohblond, mit Namen Salome. Nach der Geburt ein langes Jahr lang vorwiegend Geige und Spinett, dann Costa Brava, neun Monde drauf ein zweites Töchterlein, strohblond, mit Namen Eva.

Alles in allem eine reiche Zeit, viel Frohes, zwanglos Frommes, viel Zuneigung trotz Gummischutz, seelsorgerisch enorm auf Trab, sprühend vor evangelischer Dynamik.

Bin ich ein Trinker? Kaum. Ich wär es gern. Ich trinke, wie ich lebe: ungierig und konstanzlos.

Und ich weiß nichts. Meine Haut ist mir unklar. Was ist Feuer. Wein macht man aus Trauben, woraus sind die. Nichts wird durchschaut. Plötzlich weiß der Kühlschrank, daß er brummen muß. Gelacht ist rasch, doch Hirn und Rückenmark tun auch das Ihre, aber was. Immer schwatzen, herumseckeln, rasieren, lauter Zeug, dabei weiß keiner, was Salat ist oder Strom oder Muskelkater. »Der Tempolimite zum Durchbruch verhelfen.« Was heißt das. Ich begreife jeden, der gläubig wird, und jeden Verrückten und jede Art Demut und Flucht. Verständnisvoll haß ich das alles.

Kindergarten und Primarschule im Kaff. Lehrer Knüsel: Nehmt euch ein Beispiel am fleißigen Franz. – Unmäßig faul bin ich gewesen mein Leben lang, und ich bereu es nicht. Hingegen hab ich es verstanden, wach und geschäftig zu erscheinen, auch wenn ich schlief.

Fast jeder Mensch ist faul bis in die Knochen. Ein großes Tabu. Der Fleißige, so jedenfalls mein Eindruck, ist von Natur ein ganz besonders lahmer Hund, der sich aus purer Scham darüber fast unablässig in den Schwanz beißt. Fortschritt als Kind von Schuldgefühlen, Leistung als ein verdrossenes Produkt der Trägheit.

Sekundarschule im Nachbarkaff. Zeit der Pickel und des Grams darüber. Und lieber Gott vertilge meinen Dauerhandschweiß. Mädchen sind unerreichbar und sollten es sein. Konfirmandenunterricht, Pollutions-Panik. Hemmungen, Ängste, Blockaden, der ganze Dreck halt, der im Rückblick schöne Jugend heißt.

Hier ist kein Urteil scharf, kein Fluch vulgär genug. Die Art, wie Pubertät in unsern Breitengraden erlitten werden muß, ist schändlich, ein ganz und gar trostloses Zeugnis brutalsten Christenstumpfsinns. Von Generation zu Generation vererbt sich die verheerende Verklemmtheit kaputter Samstagabendvögler und spielt sich dummdreist auf als Leitstern der Erziehung. Kurzum, der Sünder braucht den Herrgott und dieser ihn, ich wurde fromm. Daneben Leichtathletik.

Ein Wort des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs zu Jerusalem. »Freue dich, Jüngling, in deiner Jugend, sei guter Dinge in der Blüte des Lebens! Wandle, wie es dein Herz gelüstet, und genieße, was deine Augen erschauen!« – Welch eine Botschaft, liebe Brüder, liebe Schwestern, vor allem liebe Brüder! Was sagt uns dieses Wort, was will es uns bedeuten? Es meint, in neuer Sprache ausgedrückt: Seid aufgestellt! Schöpfungsgenuß statt Anschiß! – Ich fahre fort im Text des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs zu Jerusalem: »Doch wisse, Jüngling, daß um all dieser Dinge willen Gott dich vor Gericht ziehen wird.«

Gymnasium. Der kleine Thalmann kommt aufs Gymnasium. Sogar Latein hat er, potz Donner. Dorflehrer Knüsel sitzt im Löwen und sagt jaja, ein heller Bursche, wach und fleißig, und Einmaleins und ABC hat er von mir, und seine Schwester Anna ist noch heller. – Was ist mit diesen Kindern? fragt Titus Feusi. Der Klemens hat doch weiß der Treu kein Gramm mehr Grütz als unsereins! – Der Klemens braucht, so ruft die Wirtin, der Klemens braucht im Gegensatz zu euch nicht sieben Schnäpse, bis er will und kann, entsprechend anders ist das Resultat.

Ich rutsche wider Willen in diesen Schüleraufsatztrott: Und dann und dann und dann. Weg mit der klebrigen Gewesenheit. Ein nächstes Glas und Themawechsel.

Frosch, ich erzähl dir was. Aus meiner Praxis, Fallstudie.

Published March 13, 2019
Excerpted from Markus Werner, Froschnacht, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011
© S. Fischer Verlag GmbH 2011

Da La notte del rospo

Written in German by Markus Werner


Translated into Italian by Bice Rinaldi

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Una volta al mese arriva. Si piazza lì, rimane tre giorni. Nella gola, e dove sennò. Fai dei gargarismi! Mi consigliano. Non hanno idea. Già provato, già provato da tempo, tutto. Rimane tre giorni.

Rospo di merda.

La terza notte, di gran lunga la peggiore. Sa benissimo che il giochetto finirà presto. Si mette bello comodo, mi leva l’aria e il sonno, parassita che non è altro. Devi ricorrere alla bottiglia, ecco cosa devi fare, te ne stai lì seduto e bevi e ti strozzi quasi e rimugini: ho salvato le donne più belle da sciagure roventi, due colpi nelle gambe a qualche farabutto glieli ho sparati, di tanto in tanto mi ritrovo in ospedale, così bianco, così impavido, una morte esemplare la mia, sono stato anche una signorina, certo, smascherati e respinti ben presto gli uomini, le squadre da undici, tutte quante. Gentaglia.

Butto giù qualche scarabocchio mentre rumino fra me e me, come ho imparato in tutti quei corsi a Zurigo, a Colonia e a Boston. Niente controllo, poco controllo, fluire, lasciate fluire, effondete voi stessi in piena libertà. E intanto dentro di me il rospo, il piccolo rospettino, accanto a me, ovvero con me, il mio rosso compagno, davanti a me da scrivere, Dio ci scampi.

Thalmann mi chiamo, Franz Thalmann, divorziato da dieci anni. Salve, Franz, hai antefatti da raccontare? Sì che ne ho, e di molto lunghi, risalgono a un bel po’ di tempo fa, ma di questo parleremo più avanti, forse. Ho quarantanove anni, proprio così, e ad allontanarmi dalla retta via è stato un profumo, davvero un buon profumo, ma di questo parleremo più avanti.

Quarantanove anni. La tensione vitale viene meno, a capovolgere te stesso sottosopra non ci pensi quasi più, fine della beatitudine. Thalmann. Gran beone, prete scoppiato, da allora consulente di vita, un successo strepitoso. Chiuso nei giorni del rospo, altrimenti studio che strabocca.

Questo, per inciso, il mio principio fondamentale: i piedi freddi sono alquanto ripugnanti e quelli sudati pure. Quasi quasi mi sento di affermare che, se non l’ho risolto, ho perlomeno abbozzato un problema esistenziale.

Mio padre è morto, mi ha maledetto, cancellato mi ha. Per sempre. Con le sue vacche parlava di tutto ma non di Franz, non del grande peccato di Franz. Il suo orgoglio sono stato e poi la sua vergogna. Pastore d’anime, di colpo lascivo sciupafemmine, uno che abbandona moglie e figlie senza pensarci due volte. Troppo, davvero troppo per quella buonanima di Klemens Thalmann.

Dal punto di vista esteriore: un metro e ottantuno, fisico smunto. Un tempo capelli biondo-rossicci, ora d’un grigio galoppante, la faccia un ovale perfetto, desolante, occhiali naturalmente e, dietro, due occhi verde fango. Piccole e aguzze le orecchie. Il naso? Una patata bitorzoluta.

Chi pretende di essere diverso da ciò che è mi fa pena. La sua aspirazione è degna di rispetto, ma è roba nota e arcinota. Formulo a tentoni una tesi: l’animo umano, con tutti i suoi annessi e connessi, è nient’altro che kitsch seriale. La parte più profonda di sé ciascuno di noi la trova bell’e confezionata. Di mistero neanche l’ombra. Sentimentalismo, né più né meno che sentimentalismo.

Con le unghie dipinte di viola, così vengono da me, con originali baffoni alla Guglielmo II. Ansiosi di distinguersi, si sforzano di apparire migliori, si sentono del tutto speciali, Dio solo sa quanto. Poi aprono la bocca e vomitano figurine stampate in serie. Tutto quel che provano, tutto quel che desiderano, tutto quel che sognano li rende ordinari, maledettamente ordinari e comuni.

A fare di te un essere inconfondibile è il naso, ma le capriole del tuo cuore sono una canzonetta alla moda. La dimostrazione più avanti.

Ciò che alleggerisce il mio lavoro, d’altronde, è la disarmante semplicità strutturale di quelli che chiamiamo “disturbi di relazione”. Sulle disarmonie veramente ghiotte io mi ci butto col battito a mille.

Contentezza alle stelle, non c’è dubbio!

E non c’è dubbio che il consulente, se non è un sempliciotto, trovi alquanto complesse perfino le costellazioni più banali. Se contraddicesse il cliente nella sua esclusiva pretesa di vivere un dolore esclusivo, il suo studio rimarrebbe vuoto.

    Sono cresciuto in campagna. Nessun albero arriva fino al cielo. Pance, teste, e animi    tronfi distano da me anni luce. Poche cose sono davvero grandi, davvero sacre. La pera cade e marcisce, non per questo la si disprezza. L’essere umano sa fare di meglio che cagare, su questo non c’è dubbio, però caga anche e di norma lo fa perfino più volentieri di quanto, che so, non pensi, cionondimeno si autodefinisce un essere pensante.

La gente si sopravvaluta, sopravvaluta tutto. Tanta mediocrità, e non solo, ha fatto di me prima un teologo e poi un anti-teologo, questo è chiaro.

Concepito nel peccato come ogni figlio di Adamo, nonché nato fra canti d’uccelli nel caldo mese di febbraio del trentacinque, secondo figlio di Klemens Thalmann, agricoltore, e della sua sposa Gret, nata Habisreutinger. Battezzato col comunissimo nome di Franz, cammino su questa Terra intrapreso all’insegna della massima: solo un soffio è ogni uomo che vive.

Salmo non so che.

Fratelli: Paul, bizzarro e multiforme, un tipo in gamba; Anna, sorella preferita, morta nel cinquantanove di leucemia; Myrta, sposata, di gran lunga troppo indulgente con quegli scapestrati dei suoi figli.

Klemens, mio padre, deceduto sei mesi fa. Pacificamente caduto dallo sgabello mentre mungeva. O, se preferite, affondato. Per sempre.

Testamento: che Franz non venga a porgermi l’ultimo saluto.

Dieci anni di rancore per questo cane d’un figlio. Certo che ci sono andato al funerale, profumo di fiori di sambuco in un cimitero di campagna.

Madre morta dai tempi di John F. Kennedy. Lontana ormai, così lontana che le sue lentiggini si confondono con quelle di Helen, la mia ex moglie.

Ma veniamo al dunque. Da quando Thalmann junior ingoia il rospo?

Dalla dipartita del padre.

Lo dico bello chiaro e tondo, senza mezzi termini: di tanto in tanto il vecchio vendicatore torna da me e mi tortura, mi si intrufola nella gola. Ma io ho l’udito fine, quel che gracida lo sento fin troppo bene: sono morto, è vero, ma tu rimani pur sempre un allocco.

I preti vivono nelle case migliori, si sa. Il buon Dio vuole così. La mia si trovava nell’Unterland zurighese. Una casa tradizionale svizzera. Dentro, Franz al violino, Helen alla spinetta e presto una figlioletta, capelli biondo paglierino, di nome Salomè. Dopo il parto, per un lungo, lungo anno, soprattutto violino e spinetta, poi Costa Brava, dopo nove lune una seconda figlioletta, capelli biondo paglierino, di nome Eva.

Tutto sommato un gran bel periodo, con molte gioie e molto spontaneo timor di Dio, molto attaccamento nonostante la guaina di gomma, dal punto di vista spirituale non un attimo di tregua, spumeggiante dinamismo evangelico.

Sono un alcolizzato? Non direi. Esserlo mi piacerebbe. Bevo così come vivo: senza costanza né avidità.

E non so niente di niente. La mia stessa natura mi rimane oscura. Cos’è il fuoco? Il vino si fa con l’uva, ma cos’è l’uva? Nulla viene indagato fino in fondo. Il frigorifero sa di colpo che deve brontolare. A ridere non ci vuol niente, eppure cervello e midollo spinale fanno la loro parte, ma che sto dicendo. Un continuo radersi, cianciare, trottare a dritta e a manca, tutta robaccia inutile, intanto nessuno sa cosa siano l’insalata o la corrente elettrica o i dolori muscolari. “Aiutare il limite di velocità a sfondare”. Che diavolo vuol dire. Capisco benissimo tutti quelli che diventano credenti, tutti i folli, capisco ogni forma di rassegnazione e di fuga. Odio tutto questo ma lo comprendo pienamente.   

Asilo e scuola elementare al paesello. Maestro Knüsel: prendete esempio da Franz, che è così diligente! Smisuratamente pigro sono stato, per una vita intera, e non me ne pento. In compenso ho avuto la capacità di apparire sveglio e operoso anche quando dormivo.

Tutti gli esseri umani, pressoché tutti, sono pigri fino al midollo. Un grande tabù. La persona diligente, questa almeno è la mia impressione, è per natura un povero cane, un gran pigrone, uno che si vergogna di esserlo, tutto qua, e che perciò si morde incessantemente, o quasi, la coda. Progressi nell’infanzia per senso di colpa, profitto come prodotto stizzito dell’indolenza.

Scuola media nel paesello vicino. Periodo dei brufoli e connessi patimenti. Buon Dio, liberami da questo eterno sudore alle mani. Le ragazze sono irraggiungibili, è così e basta. Catechismo della cresima, panico da polluzione. Paure, blocchi, inibizioni, insomma tutta la merda che a posteriori chiamiamo giovinezza spensierata.

A tal riguardo nessun giudizio è sufficientemente severo, nessuna imprecazione è troppo volgare. Il modo in cui, alle nostre latitudini, va subita la pubertà è una vergogna, una testimonianza né più né meno che sconfortante della più bruta ottusità cristiana. Di generazione in generazione lo spaventoso impaccio di esausti scopatori del sabato sera trasmette se stesso per eredità, atteggiandosi sfacciatamente a stella polare dell’educazione. Il peccatore ha bisogno di Dio e Dio del peccatore. Per farla breve: diventai credente. Nel contempo: atletica leggera.

Ma ecco le parole del predicatore, del re di Gerusalemme, figlio di Davide: «Sta’ lieto, o giovane, nella tua giovinezza, e si rallegri il tuo animo nei giorni della tua gioventù. Segui pure le vie del tuo cuore e i desideri dei tuoi occhi»! Che messaggio, cari fratelli e sorelle, soprattutto cari fratelli! Cosa ci dicono queste parole, cosa vogliono significare per noi? Espresse nella lingua attuale significano: Siate vivi! Godetevi il creato, anziché sopportare lavate di testa! Proseguo con le parole del predicatore, del re di Gerusalemme, figlio di Davide: «Sappi però, o giovane, che su tutto questo Dio ti convocherà in giudizio».

Liceo. Il piccolo Thalmann va al liceo. Perfino il latino studia, perbacco. Seduto al Leone, il maestro Knüsel dice sì sì, un ragazzo in gamba, una testa fine, sveglio e diligente, sono stato io, proprio io, a insegnargli l’abbiccì e le tabelline, e la sorella Anna è ancora più in gamba, ancora più di lui. Ma che c’hanno ‘sti ragazzi, fa Titus Feusi. Klemens, Dio lo sa, di sale in zucca non ne ha un grammo più di noialtri! Klemens, risponde l’ostessa, Klemens, al contrario di voi, non ha bisogno di mandarne giù dieci di grappini, prima di volere e potere, quindi il risultato non può che cambiare.

Scivolo controvoglia nella monotonia sempre uguale dei temi di scuola: e poi e poi e poi. Ma basta con questo passato, ti si appiccica addosso. Ancora un bicchiere e si cambia musica.

Rospo, ti racconto una cosa. Roba dell’ufficio, un caso che voglio analizzare.

Published March 13, 2019
© S. Fischer Verlag GmbH 2011
© Specimen 2019


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